Astana - Der News"ticker"

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Astana - Der News"ticker"

Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 29. Nov 2019, 02:21

Astana im (Saison-)Umbruch - Der News"ticker"
Nach Redaktionsschluss der morgigen Ausgabe der "Kazakh Times" sind brisante Informationen aus einer anonymen Quelle aus dem Umfeld jener Zeitung durchgesickert. Die Hauptaussage: Es sind in den nächsten Wochen brisante Neuigkeiten aus dem Hause Astana zu erwarten, die bisher zurückgehalten wurden.

In einer ersten Reaktion wollte das Management um Legende Alexander Vinokourov sich nicht zu den Hintergründen jener Geheimhaltung äußern, noch wollte er zu den Spekulationen zum möglicherweise Bevorstehenden Stellung nehmen. Lediglich eine mögliche Umbenennung in "Nur-Sultan Pro Team" verwies der Teammanger ins Reich der Fabeln zurück.

AV: "Wir haben keine Intention, uns durch den neuen Namen unserer Hauptstadt beeinflussen zu lassen. Die Marke "Astana Pro Team" prägt die Welt des Rasports nun seit Jahren. Natürlich wollen wie diese Tradition, sofern es uns so möglich ist, fortsetzen. Auch wenn das Management die Zukunft der Astana-Tradition, gerade in Anbetracht der Teamausrichtung, durchaus kontrovers diskutiert, so werde ich mich stets mit 100%-iger Hingabe für das Astana Pro Team, für das ganze Land, aufopfern.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Sa 30. Nov 2019, 13:03

Auf zu neuen Ufern?
Heute morgen berichteten die Kazakh Times von schockierenden Nachrichten. Offensichtlich gibt es im Management grundlegende Bestrebungen, den Teamsitz zu verlegen. Wie sich in der gestrigen Eilmeldung bereits angedeutet hat, steht die Basis des Teams in Nursultan auf der Kippe. Das Organisationsteam scheint gespalten in loyale Astana-Befürworter und progressive Querdenker, die ein Konzept zusammengestellt haben, ein anderes Projekt zu übernehmen.

Gerüchten zufolge soll es sich bei dem Projekt um das norwegisch-dänische UnoX Development Team handeln. Das Team hat sich im letzten Jahr sehr in die skandinavische Richtung entwickelt. Mit dem aufstrebenden norwegischen Star Kristoffer Halvorsen, den erfolgreichen Quereinsteiger Carl Frederik Hagen, Allroundyoungster Soren Waerenskjold, den Mann für die steilen Hügel in Odd Christian Eiking und den Allrounddomestiken Vegard Stake Laengen.

Auch die Dänische Seite des Teams würde zu diesen Gerüchten passen. Neben dem Klassikerkapitän Michael Valgren Andersen, der mit Oliver Naesen dieses Jahr einen kongenialen Partner an der Seite weiß, nehmen auch der Allrounddomestik Chris Juul-Jensen und der Bergspezialist Jesper Hansen eine wichtige Rolle im Team ein. Und der Talentklasse aus Niklas Larsen und Jacob Hindsgaul Madsen werden sowieso gewisse Beziehungen zu dem Team nachgesagt.

Welche Bedeutung ein solcher Wechsel für das Team haben könnte, darüber kann nur spekuliert werden. Wäre sogar das Herzstück des Teams um Roglic, Lutsenko und Vlasov für eine Veränderung offen? Das wäre nur schwer vorstellbar. Veränderungen würde es aber sicher geben, sofern die sich die Gerüchte bewahrheiten. Insbesondere der italienische Kern um Sacha Modolo, Enrico Battaglin, Davide Villella und Simone Petilli könnte in einem solchen Umschwung eine Veränderung bevorstehen.

Die Chefetage beim Astana Pro Team wollte sich zu derlei Spekulationen nicht äußern. Directeur Sportif Andrei Kashechkin meinte dazu exklusiv bei cyclingnews.com nur: "Von einer solche Bestrebung weiß ich nichts. Natürlich gibt es, bei unserer Teamdemographie, grundsätzlich eine große Plattform für skandinawische Firmen die in den Radsport investieren wollen. Aber ob das die Astana-Tradition brechen kann? Ich gehe davon aus, auch im nächsten Jahr Directeur Sportif beim Astana Pro Team zu sein, und erwarte ansonsten eine baldige Benachrichtigung."

In der dortigen Kommentarsektion spielten die Spekulationen und Verschwörungstheorien verrückt. Es scheint momentan nur eins gewiss. Dass noch keiner so richtig Gewissheit hat, wie genau es in 2020 weitergeht, und wer mit wem bei Astana weiterarbeitet...

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Ungelesener Beitrag von kradria » Di 3. Dez 2019, 13:35

Neue Entwicklungen auf dem Transfermarkt
Es ist kaum zwei Tage her, da brachen die Gerüchte über bahnbrechende Veränderungen beim aktuellen Astana-Team aus. Heute deuten weitere Entwicklungen auf eine solche Entwicklung hin. Wie wielerfilts.nl heute exklusiv berichtete, scheint Astana in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem früheren Jugendweltmeister Julius Johansen zu sein. Der junge Roleur vom Lotto-Soudal Team würde sich damit in die Reihe der jungen Dänen bei Astana einreihen.

Falls Johansen tatsächlich kommen würde, müsste Astana wohl tief in die Tasche greifen. Wer von den Top-Fahrern für einen solchen Deal infrage kommen würde, das ist noch nicht überliefert. Die Gazetta Dello Sport jedoch interpretierte jedoch zuletzt ein Interview mit Pippo Ganna so, als dass er durchaus Gegenstand von Transferverhandlungen sein könnte. Entgegen bisheriger Kommunikation aus dem Astana-Lager würde das ein anderes Licht auf die aktuelle Situation werfen. Astana hatte vorher kommuniziert, dass grundsätzlich der italienische Teil des Kaders exklusive Ganna verhandelbar wäre.

Dimitriy Gruzdev, langjähriger Astana-Fahrer und momentan für das Zeitfahr-Training des Teams verantwortlich, könnte sich laut unserer Informationen keinen Tausch Gannas gegen Johansen vorstellen: "Mit Pippo fährt ein Fahrer im Team, der jetzt schon zu den fünf besten Zeitfahrern der Welt, insbesondere in kurzen Zeitfahren, zählt, und sich noch gar nicht primär auf die Straße konzentriert. Astana darf ihn eigentlich nur für ein unmoralisches Angebot abgeben."

Deutlich realistischer scheint also ein anderes Szenario. Zumal auch andere Teams ein Auge auf das Supertalent geworfen haben. Insiderquellen berichten zwischen andauernden Transferverhandlungen zwischen Trek-Segafredo und Astana. In der Führungsetage beider Teams, die zuletzt wechselnde Geschäftsbeziehungen unterhielten, scheint es momentan einige Gespräche zu geben. Astana wird ein Interesse an der skandinavischen Fraktion nachgesagt, insbesondere an Kasper Asgreen, Mikkel Bjerg und Andreas Leknessund. Andererseits gilt das belgische Crosserduo aus Sprintstar Tim Merlier und dem aufstrebenden Puncheur Quinten Hermans als logischer Fit beim belgischen amerikanischen Team, denen aber vor allem ein Auge auf ihre Ex-Fahrer Filippo Ganna und Kopfsteinpflaster-Ass Oliver Naesen nachgesagt wird.

Auf Anfrage von radsim05.de wollte sich noch keiner der beteiligten Parteien zu den Gerüchten äußern. Noch scheint es aber nichts offizielles zu vermelden zu geben. Wenn es soweit ist, wird es radsim05.de und damit Sie als Leserschaft aber als Erstes wissen.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 6. Dez 2019, 14:14

Spekulationen beendet!
Breaking News aus dem Hause Astana: Manager kradria war bereit, sich heute zur Frage nach dem potentiellen Abbruch der Zelte zu äußern. Im Interview mit radsim05.de sprach der slowenische Manager über die Zukunft des kasachischen Teams:

"Auch wenn sich sicher ein Teil unseres Teams einen Standortwechsel nach Norwegen gewünscht hätte, stand eine Abkehr vom Standort Astana für unsere Sponsoren nicht zur Debatte. Das heißt aber nicht, dass wir unsere Fokusregion in Skandinawien aufgeben. Im Gegenteil, während meiner Managementzeit bei Astana werde ich stets probieren, den Fokus auf dem Skandinawischen Markt aufrecht zu erhalten, oder sogar auszubauen."

Der Manager hatte bei seiner Übernahme des kasachischen Teams keinen Skandinavier im Kader, feierte dann aber mit Jesper Hansen, Chris Juul-Jensen und besonders Sondre Holst Enger Erfolge mit dem Team. Umso schwieriger ist es sich vorzustellen, dass dieser Fokus momentan aus den Plänen wegzudenken ist. Allerdings sprach er auch über die teaminternen Gegensätzlichkeiten, bei denen es nicht immer leicht ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen:

"Natürlich gibt es einen großen Anteil in der sportlichen Leitung, bei unseren fantastischen Sponsoren und auch im Team an sich, die gerne mehr regionale Fahrer im Team sehen würden. Um aber mit der limitierten Anzahl an erlaubten Fahrern im Team Erfolg haben zu wollen, bietet sich einfach zu wenig Platz für jene Sentimentalitäten. Und im Moment ist der Pool an kasachischen Fahrern einfach nicht stark genug, um mit jenen einen Stammfahrer bei Astana zu setzen, wenn man ums GS1 Podium kämpfen will.

Nichtsdestotrotz gab die Astana-Teamführung heute bekannt, dass im Verlaufe des Tages noch ein Arbeitgeber für Vegard Stake Laengen gesucht wird. Der Norweger, der erst im Verlauf des Herbst zum Team gestoßen ist und dabei einen starken Job als Helfer an den zugegeben mäßig erfolgreichen Herbstkampagnen von Lutsenko und Roglic hatte. Zwar wirkt dieser Umschwung etwas kurzfristig, das Astana-Management bestätigte jedoch, dass das einfach dem Mangel an Kaderplatz zugeschrieben sei.

In dem Zuge kritisierte Manager kradria abermals die Restriktionen in der Kadergröße. Laut dem Manager gäbe es nun einfach nicht mehr genug Kaderplatz, um es loyalen Helfern, verdienten Fahrern und Paradiesvögeln zu ermöglichen, auf professioneller Ebene unter Vertrag zu nehmen. Es wird interessant zu sehen sein, was das Ziel von Astana mit dem freien Kaderplatz sein mag. Um einen so starken Helfer wie Laengen zu verabschieden, muss es zwingend einen Plan verfolgen, um nicht unprofessionell, um nicht zu sagen chaotisch, dazustehen.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Mi 11. Dez 2019, 15:39

Ravanelli ersetzt Laengen auf dem finalen Kaderplatz
Nach dem zweifelhaft über die Bühne gegangenen Abschied Vegard Stake Laengens aus dem Hause Astana hat das Team schnell reagiert. Mit Simone Ravanelli wird die italienische Fraktion des Teams verstärkt. Das kommt durchaus überraschend, denn einerseits hat Astana mit Ravanelli einen deutlich weniger profilierten Helfer als Laengen für weniger Geld engagiert. Andererseits wurde die italienische Fraktion des Teams weiter verstärkt, über die es zuletzt Gerüchte gab, dass sich Astana in Hinblick auf jene verändern, sprich eher reduzieren, wollte.

Auf den zweiten Blick ergibt die Verpflichtung dennoch durchaus Sinn. Einerseits hatte jener bereits seit Ende April seinen Profivertrag bei Androni sicher, und zeigte sich konstant als Ergebnisfahrer auf nationaler Ebene, .2 und sogar bei .1-Rennen. Sein steiler Aufstieg wurde durch durchweg starke Helferleistungen als Stagiare abgerundet werden. Insbesondere Alexander Vlasov dürfte sich über die Verpflichtung freuen, gilt Ravanelli doch als starker Bergfahrer, der neben Chancen bei hügeligen Klassikern vor allem in schwierigen Rundfahrten wichtiger Helfer für den knapp ein Jahr jüngeren Vlasov sein dürfte.

Gegenüber der gut informierten cicloweb.it deutete Manager kradria aber an, das er deutlich mehr in dem jungen Italiener sieht, der für nur 100.000€ von Biesse Carrera zum Team Astana wechselt: "Ravanelli hat zunächst mal alle Freiheiten in unserem italienischen Saisonbeginn. Je nachdem wie er sich fühlt, könnte er durchaus neben Villella seine Chancen bekommen, um auf eigene Rechnung abseits der nominellen Kapitäne zu Fahren. Wir erwarten von ihm, dass er trotz seiner geringen Reputation schon in seiner ersten Profisaison einige Top10s in italienischen Klassikern und kleineren Rundfahrten einfahren kann."

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Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 13. Dez 2019, 23:17

Was steckt hinter der Geschichte?
Nach den doch weniger dramatischen Entwicklungen als zunächst angenommen kommunizieren Funktionäre des Astana Pro Teams geschlossen einen gemeinsamen Nenner: Die Verteidigung des Podiums, vor allem gegen Novo Nordisk und Direct Energie, hat sich das kasachische Team laut der Kazakh Times zum Ziel gemacht. Im Interview sagte Alexander Vinokourov:

"Natürlich wollen wir das überraschende Podium aus diesem Jahr verteidigen. Wir haben eine starke Kapitänsriege um Roglic, Lutsenko, Valgren uind Naesen. Weitere Fahrer wie Hagen, Halvorsen, Ganna und Vlasov sind auf dem Weg dorthin. Warum sollten wir uns geringere Ziele setzen als die im Jahr 2019 erreichten? Wir können jedes Rennen im Rennkalender gewinnen.

Intern scheint es aber durchaus einige Differenzen zu geben. Kazakh Times zeigte sich sehr überrascht, dass das kasachische Team nicht wie traditionell bei der Weltmeisterschaft in Yorkshire vom Astana-Management betreut wird, sondern sich externer Fachkenntnisse bediente. Es wird über ungekittete Fugen in der Beziehung zwischen dem kasachischen Nationalverband und dem Team-Management. Das mag einerseits auf die für den Nationalverband unrühmlichen Gerüchte zurückgehen, andererseits könnte aber auch der stetige Rückgang der kasachischen Nationalfahrer im Team dafür verantwortlich sein.

Neben dem kaderplatzbedingten Verlust des langjährigen Helfers Dima Gruzdev scheint vor allem die Verweigerung eines Transfers für etwaige Differenzen zu sorgen, bei dem Mitte 2019 der kasachische Verband einen Tausch des jungen Kasachen Yevgeniy Gidich gegen Bergspezialisten Jesper Hansen zum damaligen Riwal-Team vermittelt hatte, sich das kasachische Management dann trotz des Nationalfaktiors mangels Perspektive gegen den jungen Sprinter ausgesprochen hatte. Nachdem zuletzt auch erstmals öffentlich über den langjährigen Helfer Andrey Zeits diskutiert wurde, scheint das Verhältnis nicht mehr ganz optimal zu sein...

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Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 3. Jan 2020, 12:02

Neue Horizonte?!
Fällt der skandinavische Kern auseinander? Nach dem in den Medien einseitig als viel zu günstig betitelten Abgang Vegard Stake Laengens hat sich nun mit Jesper Hansen ein weiterer verdienter Fahrer des Teams verabschiedet. Den dänische Kletterer, der sich als einer der ersten Transfers des Managers Kristijan Brajkovíc (kradria) in einem Deal unter anderem für Daniel Navarro dem Astana Pro Team anschloss, zieht es zum renommierten Education First Team. Jener Manager sagte zum Abgang bei live-radsport.ch:

"Es tut uns weh, einen solchen Fahrer zu verlieren. Jesper hat gezeigt, dass er ein loyaler und sehr starker Berghelfer ist, der jederzeit auch auf WT-Level auf eigenes Ergebnis ist. Auch wenn er in 2019 das für ihn persönlich wenig erfolgreichste Jahr seit langem hatte, so hat er auf seinem Formhöhepunkt immernoch in WT-Rennen in die Top10 fahren können. Ich schaue mit mehr als einem weinenden Auge auf seinen Abgang, ihm steht jederzeit die Tür zum Team auf, solange ich Manager bin."

Die Wortwahl des Managers lässt allerdings Fragen offen. Im anderen Kontext erwähnte er zuletzt immer häufiger, dass man sich auch um das "größere Gesamte" kümmern müsse, anstelle einzelne Transaktionen bewerten zu wollen. Zuletzt schien er immer seltener von den von ihm verkündeten Aktionen vollständig überzeugt zu sein. Laut anonymer Quellen scheint es vor allem von den Sponsoren und dem Hauptteil der Teamführung ausgehend ein Statement gesetzt werden sollen, um die Gerüchte über den Uno-X Übergang entgültig zu ersticken.

Diesem scheinen sowohl Jesper Hansen als auch Vegard Stake Laengen, möglicherweise entgegen den Bestrebungen des repräsentativen Managers und dessen Kapitän Primoz Roglic, der jenem wohl sehr nahe zu stehen scheint, zum Opfer gefallen zu sein. Auf Anfrage des Internetmediums antwortete Vinokourov lediglich mit einem kurzen aber bestimmten Dementi. Eine umfangreiche Mittelung war wenig überraschend nicht zu erlangen gewesen.

Schon vor der Ankündigung des Wechsels war Brajkovíc einige Tage in Kolumbien gesichtet worden, zuletzt 2 Mal in der Region Tolima. Spekulationen des El Espectador zufolge, laut denen der kroatische Manager im Auftrag Astanas einige Fahrer beobachtet habe, schienen sich zunächst zu bestätigen, ob der Kadersituation Astanas als nicht relevant gezeigt zu haben. Er selbst bezeichnete jenen Aufenthalt gegenüber El Espectador als "persönlichen Urlaub, bei dem man natürlich auch mit einigen bekannten Gesichtern der Szene in Verbindung kommt.

Nach dem Abgang Hansens und dem damit verbundenen Transfers von Harold Tejada, der nun 2020 für Astana fahren wird, nachdem er zu alt für die u23-Klasse geworden war, scheint sich nun zu bestätigen, dass Brajkovíc eben doch auch auf beruflicher Ebene unterwegs war. Dazu wollte man sich von Seiten Astanas zunächst nicht äußern. Harold Tejada ist nun erst der zweite Kolumbianer des Teams nach Juan Diego Alba, der mittlerweile für Bahrain-Merida fährt. Astana machte zuletzt allerdings keinen Hehl daraus, dass Alba nach wie vor vom Team hoch angesehen ist und gerne wieder zurückkommen dürfte. Noch zum Draft setzte sich Alba wie Quinten Hermans gegen die Konkurrenz aus den Neuzugängen Tejada und Ravanelli sowie dem Niederländer de Kleijn, der nun für Arkea fährt, knapp durch. Weitere Spekulationen diesbezüglich wollte der Kroate jedoch nicht kommentieren.

Bei El Espectador sagte Brajkovíc über die Verpflichtung Tejadas: "Mit Tejada haben wir eine Wundertüte dazugewonnen. Er ist vielseitiger als viele andere Kolumbianer, wenn auch viele ihm nicht ganz das Potential anrechnen, was wir in ihm sehen. Vermutlich ist nur deswegen überhaupt die Verpflichtung möglich gewesen. Wir haben ihn seit seinem Doppelsieg bei der kolumbianischen u23-Meisterschaft auf dem Zettel. Wir entschieden uns aufgrund der Ergebnisse in Europa im Draft für Alba und auch für Quinten Hermans und gegen Tejada, doch seitdem hat er nun auch in Europa seine Qualitäten andeuten können. Wir sind überzeugt, dass er bei Astana zu einem wichtigen Fahrer heranreifen kann. Er wird sich vor allem als Offensivfahrer auf schwerem Terrain bei uns zeigen dürfen.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Do 9. Jan 2020, 19:11

Unruhe
Quo vadis Astana? Auf die vergangene Kontroverse über den Kolumbien-Aufenthalt des Astana-Managers Brajkovíc scheint sich nun eine weitere Episode der Saga einzustellen. Diesen Winter kommt das Team scheinbar einfach nicht zur Ruhe. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge scheint man in Nursultan geradezu wütend darüber zu sein, wie die bisherigen nationalen Meisterschaften der Astana-Fahrer gelaufen zu sein. Mitlerweile gilt als sicher, dass Wisniwoski in Polen, Smith in Neuseeland und das gesamte norwegische Team ohne begleitenden Sportdirektor unterwegs sein mussten. Während Wisniowski trotzdem starke Leistungen zeigen konnte, gab man in Neuseeland und Norwegen ein schwaches Bild ab.

Das lastet man natürlich auch dem verantwortlichen Manager an - aus Nursultan zeigte man sich sehr besorgt, dass jener weiterhin in Kolumbien weilt, während den eigentlichen Teamfahrern die Unterstützung fehlt. Brajkovíc wollte sich zu den Anschuldigungen zunächst nicht äußern. Stattdessen verwies er auf andere Tätigkeiten für das Team, denen er Priorität zuschreibt. Cyclingweekly schrieb allerdings, dass sich Brajkovíc zuletzt von der Teamführung auf die Füße getreten gefühlt schien. Das Internetmedium bezieht sich auf anonyme Quellen, denen gegenüber sich der Slowene insbesondere kritisch über den Abgang seines eigenhändig (und sehr überraschend) gedrafteten Quinten Hermans geäußert habe. Hermans wurde gemeinsam mit dem vielversprechenden norwegischen Puncheur Eiking und dem Sprintroutinier Modolo abgegeben.

Selbes Medium zeigte sich nicht sicher ob der Entscheidungskette bezüglich des Transfers. Während sich Brajkovic positiv über die Neuzugänge Kooistra und Räim geäußert hatte, scheint doch der Deal inkoheränt mit den letzten Bewegungen Astanas auf dem Markt. Insbesondere der Abgang Eikings wirft Fragen auf, scheint nun doch der norwegische Kern etwas zu schwinden. Dem stand Brajkovíc stets kritisch entgegen. Jener sagte dazu nur: "Man muss in Bezug auf den Deal das große Ganze sehen. Mal werden Entscheidungen getroffen, die dir nicht gefallen. Doch manchmal geht es eben nicht anders. Wir haben wichtige Fahrer für die Gegenwart und Zukunft verloren, aber das gehört zum Geschäft. Das Leben ist kein Wunschkonzert, gerade hier im Management von Astana nicht.

Keine völlig überzeugenden Worte des Managers. Jener scheint zwar wenig beeindruckt von den Irritationen rund um seinen Arbeitgeber und weilt weiter in Kolumbien, jedoch erscheint das Gefühl, dass die Harmonie nach Kasachstan etwas angeknackst ist, nicht allzu abwegig. Die folgenden Tage und der Saisonstart werden sicher zeigen, wie die turbulenten letzten Wochen zu bewerten sind.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 17. Jan 2020, 14:49

Kampfgeist
Falls Sie sich fragen, ob sich Manager kradria immernoch in Kolumbien befindet, die Antwort ist nein. Nachdem sich der Manager zuletzt klar für eine Verpflichtung vom kolumbianischen Jungstar Andres Camilo Ardila positioniert hat, scheint er alle Hebel in Bewegung zu setzen. Nachdem zuletzt über eine astronomische Summe jenseits der 10 Millionen Euro spekuliert wurde, bestätigten sich jene Spekulationen letzte Nacht durch ein Angebot über die Astana-Rekordsumme von 10.632.000€.

Brajkovíc zeigte sich gegenüber El Espectador zuversichtlich gegenüber der Verpflichtung des jungen Kolumbianers. "Auch wenn Ardila erst ein Rennen in Europa gefahren ist, hat uns das gereicht, um vollends von ihm zu überzeugt zu sein. Wir haben zwar einiges in die Verpflichtung investiert, jedoch ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. FDJ ist als echter Titelkandidat neben Novo Nordisk als Herausforderer von Trek-Segafredo eher unter Druck, ihren Kader zusammenzuhalten, während wir diese Saison etwas umbauen. Wir haben noch einige Asse im Ärmel, die wir im Zweifel bereit wären, zu zücken, um unseren Wunschfahrer zu verpflichten. Auch wenn es wehtuen könnte"

An einer anderen Front scheint sich Astana etwas von den Querelen der Vergangenheit zu erholen. Übereinstimmenden Medienberichten aus Dänemark zufolge scheint sich Brajkovíc in Dänemark aufzuhalten, um einen früheren Astanafahrer zurück ins Boot zu holen. Vor kurzem schrieb Rúben Silva bei "Echolons" über die Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, dass Brajkovíc versuche, Niklas Eg, Jesper Hansen oder Jonas Vingegaard zu Astana zurückzulotsen. Gerade letzterer scheint nach wie vor herausragend im Kurs zu stehen, trotz der Differenzen in Bezug auf die Astana-Ausrichtung im Management. Auch würde er gut in die Verjüngungskur des Teams passen.

Ob allerdings die Verpflichtung des talentierten Kletterers in das aktuelle Fundraising des Managements passt, darf zunächst angezweifelt werden. Im Moment kommen wohl nur Deals in Frage, bei dem Astana finanziellen Gewinn erzielt, um noch mehr Anreize für das Transferziel zu schaffen: Andres Camilo Ardila

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Ungelesener Beitrag von kradria » Sa 18. Jan 2020, 10:09

Es geht bergauf!?
Gestern wurde es gemeldet, heute ging es ganz schnell: Andres Camilo Ardila ist offiziell ein Astana-Fahrer. Der Wunderkletterer, der im letzten Jahr sowohl beim Babygiro als auch bei der u23-Kolumbienrundfahrt eine (abgesehen von der Taktik) Klasse für sich war, wird 2020 als Neopro das hellblaue Trikot tragen. Dabei bestätigte sich die gestern aufgerufene Rekordsumme von über 10 Millionen Euro.

Gegenüber den Kazakh Times zeigte sich der Manager begeistert: "Wir haben alles auf eine Karte gesetzt: Wir haben zwei Erstrundenpicks abgegeben und im Prozess auch noch Hermans, Modolo und Eiking geopfert. Das ist ein ganz schönes Brett. Aber wir glauben, dass Ardila das Potential zum Superstar hat, zu einem dominanten Kletterer auf höchstem Niveau. Dafür haben wir einen hohen Preis gezahlt, aber wir scheuen bei Astana das Risiko nicht und sind vonn ihm überzeugt. Tatsächlich hätten wir im Fall der Fälle noch deutlich mehr bezahlt, und hatten zwei weitere Deals abrufbereit. Wir sind stolz, Camilo nun in unseren Reihen willkommen heißen zu dürfen. Mit Harold hat er dazu direkt einen Kolumbianer an seiner Seite, was grundsätzlich eine gute Sache für ihn sein dürfte."

Neben Ardila kam auch Jesper Hansen zurück zum Team Astana. Der Däne, dem ein sehr gutes Verhältnis zu Brajkovíc nachgesagt wird und der gerüchteweise gegen den Willen des Managers verschifft wurde, dürfte eine wichtige Rolle im Team um Kapitän Primoz Roglic spielen. Die im Transfer aquirierten Finanzen waren Teil des Puzzles für Ardila, allerdings wurde mit Kooistra auch ein talentierter Baustein direkt an education First weitergegeben. Zum Abgang sagte Brajkovíc: "Maarten ist ein tolles Talent, konnte sich aber nicht zu 100% in die etwas andere Teamstruktur bei Astana einfinden. Mit vielen jungen Fahrern und Halvorsen und Merlier als Top-Optionen im Sprint hätte Kooistra viel als Helfer agieren müssen, vor allem in den Klassikern. Education First dürfte von der Teamstruktur etwas besser zu ihm passen, auch weil er dort mit vielen anderen talentierten Landsleuten fährt. Wir glauben, dass uns der Abgang auf lange Sicht schmerzen wird, in dieser besonderen Situation sind wir aber von der Entscheidung, die Personalie der Verpflichtung Ardilas unterzuordnen, überzeugt."

Wie geht es jetzt bei Astana weiter? Das Management wird zunächst erstmal weiter kritisch beäugt werden. Insbesondere der Verlust des weißrussischen Straßenmeistertitels, obwohl man die beiden mit Abstand besten Fahrer des Landes im Team hat, warf zusätzliche Fragen im Bereich des Directeur Sportifs auf. Jener konnte zwar in Kazakhstan mit einer souveränen Leistung seiner Fahrer und in Slovenien mit einem fantastisch herausgefahrenen Double punkten, doch andererseits verkaufte sich das Team in allen anderen Meisterschaften mit Ausnahme Polens maximal unsichtbar. Aus Nursultan sickert schon länger durch, dass in bestimmten Kompetenzbereichen Handlungsbedarf gesehen wird. Es wird sich zeigen, welchen Einfluss die ereignisreiche letzte Woche darauf hat...

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Ungelesener Beitrag von kradria » Sa 1. Feb 2020, 13:17

Zuhause ist es am Schönsten
Vor einigen Wochen hatte Echolons die Gerüchteküche mit einer Meldung über eine wahrscheinliche Rückkehr von einem dänischen Ex-Fahrer zu Astana angeheizt. Nach dem Comeback von Jesper Hansen schien die Sache, als kleines Nebengeräusch zur groß instrumentalisierten Ardila-Verpflichtung abgehandelt. Doch vor wenigen Tagen wurde in Kazakhstan die Bombe platzen gelassen, dass man sich von drei langjährigen osteuropäischen Stützen trennen würde.

Mit Vasil Kiryienka ging ein äußerst verdienter Fahrer. Gerade im Teamzeitfahren war der Veteran, der bei Manager Brajkovíc hoch angesehen wurde, eine extrem wichtige Stütze. Angeblich wurde dem Wunsch des Weißrussen entsprochen, sich nochmal auf ein Team, was sich eher auf diesen Bereich fokussiert, anschließen zu dürfe. Man darf sich fragen, wie Primoz Roglic diesen Wechsel wohl auffassen würde, war er doch ziemlich sicher sowohl für den Giro als auch für die Vuelta als treuer Helfer des slowenischen Kapitäns eingeplant, und sollte viele Renntage mit jenem verbringen.

Mit ihm ging auch Aliaksandr Riabushenko, das weißrussische Toptalent. Der Weißrusse hatte viele Freiheiten bei Astana in seinen bisherigen 2 Jahren, und konnte jene auch ziemlich überzeugend nutzen: Für den ganz großen Schritt zum Ergebnisfahrer reichte es allerdings nicht. Und mit einigen Fahrern mit ähnlichen Qualitäten im Team war der junge Hügelsprinter, der bei Astana seine Karriere begann, ein im großen Sinne zu bringendes Opfer. Zudem wollte das Team dem jungen Fahrer es nicht verwehren, die letzten Karrieremonate gemeinsam mit seinem Mentor Kiryienka zu verbringen. Vielleicht kommt er ja nach dessen Rücktritt irgendwann zurück, die Tür wird immer offen stehen.

Łukasz Wiśniowski war einer der Lieblingsfahrer des Managers, und wurde einst für unter anderem Fabio Felline und Ide Schelling teuer verpflichtet. Auch wenn er dieses Jahr sehr gute Ansätze zeigte, so wäre seine Rolle seit dem Transfer von Oliver Naesen vermutlich sehr auf die des Domestiques limitiert gewesen. Dementsprechend wollten wir dem Polen den Wunsch entsprechen, im Cofidis-Aufgebot einerseits im Team eines absoluten Topsprinters zu helfen, andererseits aber auch in Klassikern auch mal aufs eigene Ergebnis fahren zu dürfen.

Als direkten Ersatz für Riabushenko wurde der Schweizer Fabian Lienhard verpflichtet. Der 26-jährige Sprinter ist vor allem nach einem schweren Rennverlauf im Sprint, vor allem aus einer Gruppe, ein guter Podiumskandidat, und übernimmt dementsprechend seine Chancen. Er wird allerdings auch in den Klassikern als Helfer eingesetzt werden. Mag er zwar nicht das Talent eines Riabushenkos bisher gezeigt haben, ist er ein sehr guter Teamfahrer, dem wir eine gute Chance zuschreiben, sich gut weiterzuentwickeln.

Das eigentliche Ziel dieses Transfers war aber Jumbo-Talent Jonas Vingegaard. Mr.Lungenvolumen ist im letzten Jahr mit einigen herausragenden Vorstellungen in der Pro Tour angekommen, und kehrt nun zum Astana Pro Team zurück. Gewiss wurde ein hoher Preis für ihn gezahlt, doch sein Talent am Berg passt herausragend in den Zeitplan der neuen jungen Klettergeneration bei Astana, die um Ardila, Vlasov, Pronskiy und Tejada aufgebaut wird und eines Tages Primoz Roglic beerben soll. Vingegaard wird schon jetzt bei einigen mitteleuropäischen Rundfahrten freie Fahrt bekommen, um als Fahrer weiter zu reifen. Zusammen mit Larsen und Hindsgaul hat Astana außerdem ein starkes junges dänisches Trio für die Zukunft zusammen, und nun sechs Dänen im Kader.

Ob das Ende der Fahnenstange bereits erreicht ist? Das steht in den Sternen. Brajkovíc sagte zuletzt gegenüber Sportske novoski, dass er noch einen, lieber zwei vertragslose Fahrer verpflichten würde. Mit dem Caja-Rural Talent Juan Fernando Calle, einem weiteren jungen kolumbianischen Kletterer, wurden angeblich bereits Gespräche geführt, mit offenem Ausgang. Zuletzt schien sich Andres Camilo Ardila für eine Verpflichtung, auch im Hinblick auf den u23-Kalender dieses Jahres, ausgesprochen haben. Eine Entscheidung diesbezüglich wird im Laufe des Tages erwartet, bleiben Sie also dran...

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Ungelesener Beitrag von kradria » Do 13. Feb 2020, 15:01

Roglic will das Double!
Auch wenn in den letzten Monaten die Helferriege um Primoz Roglic einen ganz neuen Anstrich bekommen hat, so ist der Slowene natürlich auch in der 2020-er Saison der Fixpunkt des kasachischen Teams. Nachdem im letzten Jahr der Weg über die Tour und die Vuelta nicht vollständig zum Erfolg geführt hat, schlägt der Slowene dieses Jahr einen anderen Weg ein.

Dabei stellte sich zunächst heraus, dass Roglic tatsächlich zur Vuelta zurückkehren wird. Nach dem zweiten Platz in 2018, bei dem Romain Bardet durch den frühen Ausreißversuch entwischt war, und der taktisch vergeigten letzten Vuelta, hat Rogla dieses Jahr eine Rechnung zu begleichen. Über die Klasika San Sebastian und die Vuelta Burgos soll eine klassische Vuelta-Vorbereitung Roglic zum Vuelta-Titel führen.

Das zweite große Saisonziel von Roglic ist dieses Jahr der Giro d'Italia. Im letzten Jahr hat wohl (irl) neben Sturzproblemen vor allem ein etwas verfrühter Formhöhepunkt für einen nicht ganz optimalen Giro gesorgt. Dieses Jahr wird Roglic das Jahr erst spät beginnen, bei dem Klassiker-Duo aus Strade Bianchi und GP Industria und in einer etwas zuliefernden Rolle, um etwas später in Topform zu kommen.

Neben dem Tirreno und der Tour de Romandie, wo Roglic seine Form als Kapitän sicherlich testen wollen wird, werden wohl auch im April noch ein paar Renntage anstehen. Ob das bei einer Rundfahrt oder eventuell sogar den Ardennen-Klassikern der Fall sein wird, das wird wohl relativ kurzfristig nach dem aktuellen Formstand des SloWenen entschieden werden.

Klar ist momentan nur, dass der Fokus dieses Jahr vor allem auf dem erfolgreichen Abschneiden in den Grand Tours gelegt wird, um für Astana den ersten Grand Tour Erfolg seit Managerübernahme nach Kasachstan zu holen. Dafür wird das Team auch die Chancen auf die Verteidigung des Podiums bei der Tour de France aufgeben. Nach heutigem Stand plant Astana bei der Tour vor allem ein Team ein, welches sich auf Etappenjagd spezialisiert. Doch, wer weiß, vielleicht steigt ja einer der jungen Wilden so schnell in der Rundfahrerriege auf (oder es bietet sich ein Deal auf dem Fahrermarkt an), dass wir auch bei der Tour einen echten Rundfahrkapitän zu unterstützen haben.

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Astana - Der News"ticker"

Ungelesener Beitrag von kradria » So 23. Feb 2020, 15:13

Eine gemeinsame Vision?
Wäre Astana ein Automobilkonzern, wären die aktuellen Kaderentwicklungen wohl als Vorbereitung eines neuen Modells zu betrachten. Und nein, damit ist nicht auf mögliche Elektromotoren im Rahmen abgezielt, sondern auf die Verjüngung im Kader. Zuletzt verpflichtete man bei Astana zwei neue Fahrer, mit einer zukunftsweisenden Idee. Dafür wurden allerdings auch Ressourcen zur Weiterentwicklung des aktuellen Modells verschoben, sodass man meinen könnte, dass jenes nun den Zenit seines Schaffens erreicht habe und nun dem Verfall gewidmet sei.

Tatsächlich setzt man im Hause Astana nicht mehr ausschließlich auf die Karte des großen Sportwagens, sondern eben auch auf die Zukunft. Zum Saisonumbruch 2019/20 musste man einsehen, dass der aktuelle Lamborghini zwar verdammt schnell ist, aber nicht mit dem Pagani (TFS) oder dem Bugatti (GFC) mitgehen kann, was die aktuelle Leistung betrifft. Und auch der Ferrari (TNN) mit dem schier endlosen Potential schien einfach besser gerüstet.

So schien es im Rahmen des großen Bietens um die aussichtsreichste Blaupause der Zukunft, Ardila, als würde sich Astana ganz dem Weg des Teslas (DQT) verschreiben. Viele starke Fahrer, die näher an ihrem Leistungshöhepunkt waren als die Neuzugänge, mussten weichen. Mitunter schien lediglich der Bernie Ecclestone des Radsports, Alexander Vinokourov, jener Linie entgegenzustehen. Die absoluten Vorzeigemodelle blieben in der Franchise, sodass man auf den Straßen von heute zumindest konkurrenzfähig bleibt.

Um aber gleichzeitig nicht den Sprung auf die Straßen von morgen zu verpassen, wurden fleißig neue Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung eingestellt. Neben Starentwickler Ardila vielleicht nicht die größten Namen, doch sicher viele, die hungrig genug sind, sich einen solchen zu machen, und einige, die im Astana-Engagement schon vielleicht ihre letzte Chance auf eine langjährige Karriere im Geschäft sehen. Herauskommen wird, so scheint es, weder Bugatti noch Tesla.

Diese Entscheidung war schmerzhaft, so gibt es doch gerade bei so einer Mischform stets Grund zur Sorge, dass man in der Belanglosigkeit verschwindet. Dabei hatte das Management seit dessen Verpflichtung besonders hart daran gearbeitet, jener Belanglosigkeit zu entfliehen und Kasachstan wieder fett auf der Radsportkarte zu markieren. Infolge dessen gab es großen Unmut, von diesem Weg nun abzuweichen. Aufgrund unterschiedlicher Positionierungen bezüglich der Ausrichtung soll es mehrfach zu Querelen gekommen zu sein, Gerüchten zufolge stand das Management mehrfach kurz vor der Entlassung. Brajkovíc verneinte zwar gegenüber slowenischen Medien, dass er vor einem Rückzug gestanden habe. Total Slovenia News stellte nun in ihrer aktuellen Internetausgabe ein Interview mit jenem zur Verfügung, welches klar darauf deuten lässt, dass eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch von des Managers Seite kurz bevorstand, und eine Fortexistenz der Kooperation am seidenen Faden hing.

Im Management scheint man sich nun aber doch auf einen gemeinsamen Weg geeinigt zu haben. Durch eine ganz eigenwillige Mischung - sozusagen einen Hybridmotor - hat man in Nursultan vielleicht doch ein nachhaltig konkurrenzfähiges Konzept geschaffen, hinter welchem zumindest vorerst alle Beteiligten stehen. In wie weit aber der Spagat machbar ist, wird sich erst in Zukunft zeigen können. Schließlich bedeutet das auch, das viele junge Fahrer bereits wichtige Rollen einnehmen werden müssen, um die Grätsche zu schaffen. Und ganz ohne Risiko ist jenes Unterfangen sowohl für das Team als auch für das Management sicher nicht. Bleiben die Erfolge aus oder fehlt die Entwicklung, wird auch der traditionell heiße Stuhl bei Astana wieder angesägt werden, nachdem er nun gerade erst wieder neu geleimt zu sein scheint.

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Ungelesener Beitrag von kradria » So 29. Mär 2020, 14:36

Der Giro-Zug hat den Startbahnhof verlassen
Nach einem recht schläfrigen Saisonstart bei den nationalen Meisterschaften ist das Team Astana nun entgültig in der Saison angekommen. Zwar hinkt das Team vermutlich den allgemeinen Erwartungen nach dem Ranglistenpodium des letzten Jahres ein Stück weit zurück, trotzdem aber ist das Team nicht weit vom richtigen Weg entfernt: Der Kader ist etwas verjüngt worden, weswegen vielerorts auch ein wenig die Helfer fehlen.

Nicht aber beim Giro-Zug, der sich bei Strade Bianchi entgültig auf den Weg gemacht hat. Der italienische Frühjahrsklassiker bot den idealen Einstand für Primoz Roglic, der dort seine Rennvorbereitung für den Giro startet. Nachdem Roglic letztes Jahr irl neben sturzbedingte Problemen vor allem mit der Form beim Giro einfach zu früh dran war, entschied sich das Team Astana, ihn deutlich später in die Saison starten zu lassen. Dabei sollten Strade, wo er als reiner Helfer unterwegs war, und Industria vor allem als antesten dienen. Der Tirreno aber gab nun Aufschluss darüber, wie weit Roglic mit seiner Form ist.

Was man dort sah: Den Punch des letzten Jahres beim Tirreno hatte er noch nicht, gerade auf den mittelschweren Etappen konnte er sich den gewöhlicherweise etwas schwerfälligeren Konkurrenten noch nicht entledigen. Das ist allerdings schwer in Ordnung, das soll auch erst Ende April bis Anfang Mai so richtig da sein. Auf der Bergetappe hingegen war er gut konkurrenzfähig, hier befürchtete man im Hause Astana vorher Verluste, konnte jede aber minimieren. Auch im abschließenden Zeitfahren zeigte sich Roglic bereits solide, sodass es sogar zum erhofften Rundfahrtssieg reichte. Die entscheidenden Sekunden holte sich Roglic übrigens vor allem bei den kleinen Dingen: In Zwischensprints und bei einigen kleinen Splits. Das zeigt umso mehr, wie wichtig das funktionierende Team um ihn herum war, welches ihm den Weg bereitete.

Jenes Team wird jetzt auch zum größten Teil nochmal mit ihm ins Trainigslager gehen, um sich gezielt auf den Giro vorzubereiten: Mit Landsmann Jan Polanc, Road Captain Chris Juul-Jensen und den drei starken Italienern Enrico Battaglin, Simone Petilli und Simone Ravanelli waren schon fünf Fahrer dabei, die ihn stand heute sicher beim Giro begleiten werden, und insbesondere auf den schweren Etappen eine gute Helferriege bilden dürften. Während Juul-Jensen direkt mit Roglic ins Trainingslager fährt dürfen die anderen 4 noch gemeinsam beim Giro di Sicilia auf eigene Kappe fahren. Danach geht es für sie in eine Cool-Down-Phase, ehe sie zu Roglic und Juul ins Trainingslager dazustoßen und vorraussichtlich erst zum Giro wieder top vorbereitet in Aktion treten werden.

Roglic selber wird vor dem Giro noch einmal bei der Tour de Romandie standesgemäß seine Form testen. Dort wird der Gesamtsieg dann das klare Ziel sein, um den Schwung dann mit in den Giro zu nehmen. Der slowenische Kapitän betonte zwar zuletzt häufiger, dass er gerne die Ardennen-Klassiker fahren würde (und hatte sich sie irl zum Ziel gesetzt, allerdings dürfte er dieses Jahr maximal als Unterstützung für das Duo Lutsenko/Valgren bei Fleche Wallonne und/oder Liege-Bastogne-Liege reinschnuppern. Die Entscheidung dementsprechend wird in den kommenden Wochen, auch nach Trainingsfortschritt Roglics, erwartet und dann vom Team Astana kommuniziert werden.

Für den Giro selbst sind neben den sechs bereits belegten Plätzen um das Tirreno-Team von Roglic noch zwei weitere frei. Filippo Ganna wird derweil dieses Jahr nicht starten, in der Hinsicht soll der junge Bahnfahrer vorsichtig aufgebaut werden. Er wird 2021 am Start des Giros erwartet. Stattdessen hat der erfahrene kasachische Allrounder Andrey Zeits seinen Platz im Team sicher. Er wird nach der Katalonien-Rundfahrt gemeinsam mit den Sicilia-Fahrern zum Trainingslager dazustoßen. Der Kampf um den letzten Platz ist noch völlig offen. Klar ist lediglich, dass es kein Sprinter oder Ergebnisfahrer werden wird, sondern ein weiterer Helfer, der Roglic beim Ziel Girosieg unterstützen will. Beste Chancen werden im Moment dem Norweger und Vuelta-Achten 2019 Carl Fredrik Hagen zugesprochen, der sich ebenfalls auf den Giro vorbereitet hatte und insbesondere in der dritten Woche mit seinen Bergqualitäten und geschicktem Energiemanagement enorm wichtig werden könnte. Oberste Priorität hat es, ein eingespieltes und gut abgestimmtes Team um Roglic herum aufzubauen, welches ihn im Rennen um den Gesamtsieg bestmöglich unterstützen kann.

Sie werden natürlich mit weiteren Updates zum Projekt Maglia Rosa und zu den Rennen Astanas hier stets auf dem Laufenden gehalten.
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Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 10. Apr 2020, 13:25

Historie Teil 1
Nachdem sich das Astana Pro Team zuletzt auf der Straße wieder deutlich gefangen hatte, zeigte sich das Team in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zuletzt von einer anderen, weniger zukunftsbezogenen Seite. Im Gegenteil, über Website und soziale Kanäle kündigte das Team nun ein Palmares für die Jahre 2018 bis 2020 an. Auf dieses wurde uns nun exklusiver Einblick gewährt. Im ersten Teil schauen wir auf die Siegesbilanz des Teams.

Zählt man nun alle Siege in Klassikern, Etappen, Wertungen und nationalen Meisterschaften, kommt das Team Astana seit Saisonbeginn 2018 auf insgesamt 105 Siege. 25 von jenen sind allerdings nationale Meistertitel, sodass in der echten Abrechnung wohl eher 80 Siege auf das Konto geschrieben werden dürften. Zieht man dann noch den u23-WM Titel im Zeitfahren für Filippo Ganna 2018 ab, kommt man auf 79 "echte" Astana-Siege.

Jene Siege lassen sich natürlich weiter unterteilen. Tatsächlich bleiben lediglich 5 Siege in Eintagesrennen übrig. Rechnet man die Kaderqualität dagegen, ist diese Zahl doch erstaunlich gering. Bedenkt man dabei, dass der Teamrekord von 2 Siegen bei einem gewissen Alejandro Valverde liegt, der nur 4 Montate für Astana fuhr, zeigt sich doch, dass hier noch deutlich Raum für Verbesserung besteht. Mit seinem großen Sieg bei Mailand - San Remo konnte Piti jedoch den wohl größten Sieg der Teamgeschichte als Zweitdivisionär einfahren, der Grundstein für die Aufstiegssaison Astanas und das erste Mal aufhorchen auf der Karte der großen Teams.

Der einzige World-Tour Klassiker, den das Team anderweitig holen konnte, war ebenfalls in dem Jahr 2018, wo Michael Valgren als Neuzugang einen besonderen Finesseur-Erfolg bei Eschborn-Frankfurt feiern konnte. In 2019 gelangen nur noch zwei Klassikersiege bei 1.1-Rennen. Recht früh in der Saison konnte der damals viel gescholtene Warren Barguil einen wichtigen Sieg beim Classic de l'Ardeche einfahren. Es sollte der einzige für den Franzosen in Astana-Farben bleiben, auch wenn er im Team bis zu seinem Wechsel zu Direct Energie viele Freiheiten bekam. Den anderen Sieg 2019 konnte uns Tim Merlier herausgefahren. Der Belgische Crossspezialist, der sofort nach Unterschrift seines ersten Profivertrags kurzerhand von Astana aufgenommen wurde, zahlte das Vertrauen mit dem einzigen Sprintererfolg, wieder zurück, undzwar bei Haale Ingooigem.

Im Jahr 2020 hingegen wartet das Team noch auf einen Sieg bei einem Eintagesrennen. Ob der Qualität von noch erfolglosen Fahrern wie Naesen, Roglic, Halvorsen oder Lutsenko dürfte es eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis das Team auch mal wieder ein solches Rennen erfolgreich abschließen kann. Da man allerdings seit Anfang Mai 2018 auf einen WT-Klassiker wartet, geschweige denn einen 1.HC-Sieg, scheint wieder die Zeit für etwas aggressivere Taktiken und den frischen Wind der Anfangsphase 2018 reif. Oder vielleicht die Rückkehr von Alejandro Valverde...

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Ungelesener Beitrag von kradria » Do 21. Mai 2020, 16:19

Der nächste Schritt Richtung Generationswechsel
Mit einem Paukenschlag beschloss das Astana Pro Team die coronabedingte allgemeine Flaute auf dem Transfermarkt. Denn mit der Verpflichtung von Andreas Leknessund ist dem Team ein weiterer Paukenschlag mit Signalwert gelungen. Das norwegische Rundfahrtalent reiht sich damit nahtlos in die Riege skandinavischer Talente beim kasachischen Team ein, und wird für die Zukunft aufgebaut. Informationen der Dagbladet zufolge war der Norweger zuletzt ob des ungeheuren Leistungsdrucks beim Klassenprimus Trek-Segafredo unglücklich. Gegenüber der norwegischen Zeitung sagte der norwegische Meister im Zeitfahren:

"Der Schritt zu Astana ist natürlich auch ein Risiko, schließlich verlasse ich das aktuell erfolgreichste Teams des Planeten. Dennoch wollte ich die Chance ergreifen, mit einigen Landsleuten und bekannten aus der Junioren- und u23-Zeit zu fahren. Das familiäre Teamklima und die Ausrichtung mit vielen jungen Fahrern und Bewährungschancen bei kleinen Rennen haben letztendlich den Ausschlag für den Wechsel gegeben."

Mit Leknessund erhöht sich der Kreis der hochtalentierten Norweger auf vier Fahrer bei Astana. Mit Halvorsen und Waerenskjold hat man zwei goldene Talente für die Sprints und Klassiker im Team, dazu wird Spätstarter Hagen eine große Zukunft bei den schweren Rundfahrten nachgesagt. Nach Angaben der Zeitung schien das Management auch mit Tobias Foss (EFD) und Torjus Sleen (MOV) im Gespräch gewesen zu sein, auf Anfrage wollte man das aus dem kasachischen Management aber nicht bestätigt wissen. Dennoch halten sich Gerüchte, nachdem das Team schon bald die Verpflichtung eines weiteren Norwegers bekanntgeben würde. Dafür spricht, dass Manager Brajkovíc einer der wenigen geladenen Gäste beim Klatrekongen Fuel of Norway war, wo sein neuester Schützling erstmals in Astana-Farben gegen die nationale Konkurrenz antrat.

Allerdings zahlte man mit der Verpflichtung im Hause Astanas einen hohen Preis. Neben dem Auswahlrecht in der ersten Runde des Stagiare-Drafts 2020 muss das Team in Zukunft auch auf die Dienste von Tim Merlier verzichten. Der belgische Cross-Spezialist tut es seinem ehemaligen Teamkollegen Quinten Hermans, der 2019 im Zuge des Stagiare-Drafts bei Astana Profi wurde, nach und wechselt zu Trek-Segafredo. Seit seiner Verpflichtung zeigte sich der Belgier einwandfrei und wurde als Sprintkapitän immer stärker. Besonders in Erinnerung wird einer seiner letzten Fahrten im Astana-Trikot bleiben, wo er nach einer äußerst aggressiven Teamtaktik bei den 4 Tagen von Dünkirchen die dritte Etappe aus einer Grupper heraus gewinnen konnte. Den Vorsprung konnte er bis ins Ziel retten und damit gemeinsam mit den ein letztes mal für ihn aufopfernden Teamkollegen den ersten Rundfahrtssieg seiner Karriere feiern. Mit Merlier geht ein Fahrer, der in Sachen Speed schon Weltklasse ist, und jetzt mit einem deutlich besseren Zug auch in jene Bereiche Vorstoßen könnte. Zudem attestiert Manager Brajkovíc dem Belgier gutes Nordklassikerpotential, was er unter anderem mit einem starken Top10-Ergebnis bei der Tro-Bro-Leon dieses Jahr andeuten konte.

Der Verlust wirkt somit schwer. Doch bei Astana scheint man neben Halvorsen und Landsmann Waerenskjold auch die Esten Räim und Vahtra im Blick zu haben, um die Lücke Merliers zu schließen. Gerade in den 1.92 große Este aus Tartu scheint man Vertrauen zu stecken, konnte jener doch seine Qualitäten bereits in überragender Manier bei der Vuelta a Sand Juan zeigen, wo er Rudy Barbier zum zweiterfolgreichsten Sprinter der Rundfahrt pilotierte. Trotz seines Neo-Pro-Statusses ist der Este bereits extrem ausgefuchst im Positionskampf und hat die Geschwindigkeit und Zähigkeit, um im Flachen sowohl in Sprints als auch bei Klassikerverläufen auf eine erfolgreiche Zukunft zu blicken. Auch auf den drei Jahre älteren Räim ist man gespannt, springt der doch wie kaum ein anderer in den Klassikern zwischen Genie (wie beim Great War Remembrance Race-Sieg 2018 oder seinen Sprintsiegen) und Wahnsinn (ein DNF nach dem anderen) hin und her. Hier gilt es vor allem, dem Esten zu Konstanz zu verhelfen.

Doch auch im Stagiare-Draft scheint man sich unter Umständen nach Sprintern umzuschauen. Zwar schien man vor einigen Tagen noch ohne Auswahlrecht dazustehen, doch konnte man nun einen Pick vom Movistar Team aquirieren. Das Management wollte sich zwar nicht konkret äußern, doch bestätigte man die grundsätzliche Zielsetzung, sich weitere Auswahlrechte zu sichern, um den Umbruch voranzutreiben. Laut der Corriere dello Sport ging es sogar so weit, dass bereits während des Giros eine weitere Abmachung getroffen wurde, deren Abschluss unmittelbar bevorstünde. Es wird spannend zu sehen sein, was die Zukunft dahingehend bringt. Zuletzt wurden die Weichen jedoch weiter auf eine konsequentere Verjüngung gestellt, und die Verpflichtung von Leknessund passt da gut in das gezeichnete Bild hinein.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Fr 19. Jun 2020, 10:00

Der Größte Erfolg der Teamgeschichte
Nach langem Kampf mit einigen Hoch- und Tiefphasen hat es das Team Astana um Kapitän Primoz Roglic geschafft: Die erste Grand Tour ist gewonnen! In Mailand konnte sich der Slowene als Gesamtsieger des Giro d'Italia krönen.

Dabei hatte sich sowohl das Team als auch unser Capitano selber im Frühjahr komplett auf den Giro ausgerichtet. Roglic stieg erst sehr spät in die Saison ein, und konnte nach guter Vorbereitung beim italienischen Strade/Industria Wochenende erstmals beim Tirreno in das Rundfahrgeschehen eingreifen. Dort hatte Roglic zwar noch nicht die Form für ein Einzelpodium, doch insbesondere durch eine konzentrierte Teamleistung und Konstanz auf Hügeletappen und dem Epilog konnte er sich hier im Sekundenkrimi die Gesamtwertung sichern. Schon hier fuhren mit Polanc, Juul, Battaglin, Petilli und Ravanelli gleich 5 Fahrer mit, die allesamt später ihren Anteil an dem Giro-Sieg haben würden.

In der Folge ging es für Roglic wieder ins Training, undzwar zum Trainingslager nach Italien, wo sich akribisch auf den Giro vorbereitet wurde. Zu ihm stießen hier noch die wichtigen Berghelfer Carl Frederik Hagen und Andrey Zeits, die den Giro-Kader später vervollständigen sollten. So konnte sich das gesamte Team optimal einspielen, und letzte Feinheiten sowie die Chemie untereinander optimieren.

Von hier ging es für einige noch zu länger in die Pause, Polanc zum Beispiel sollte explizit nochmal einen entspannteren Block einlegen, um nach dem Giro noch erfolgreich sein zu können, während der gesamte Rest des Kaders nach dem Giro eine Rennpause geplant hatte. Roglic war später eingestiegen als die meisten anderen, deshalb sollte er nochmal Rennhärte sammeln. Mit Hinblick aufs nächste Jahr wurde der Slowene als Helfer beim Fleche - Wallonne und Liege - Bastogne - Liege eingesetzt, dort aber explizit nur als Unterstützung für Alexey Lutsenko. Sein Härtetest war die Romandie-Rundfahrt, zu der Roglic ja eine ganz besondere Beziehung pflegt. Hier konnte Roglic dann auch mit einem Tagessieg im abschließenden Zeitfahren den Gesamtsieg sichern, und damit die Weichen auf Giro-Erfolg stellen.

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Dort warteten mit Thomas, Dumoulin und Nibali 3 Hauptkonkurrenten auf Roglic, die zwar extrem starke Bergfahrer sind, aber auch für den Slowenen gerade beim Giro mit dem Parcours nicht unschlagbar. So ging Rogla aus einer gewissen Favoritenrolle der Buchmacher heraus ins Rennen. In der ersten Woche dann zeigte sich Roglic gleich mal äußerst aufmerksam im Auftaktzeitfahren und auf dem von Wind und Wetter verregneten Abstecher nach Sizilien. Hier musste der wohl gefürchtetste Konkurrent Nibali auf der Windkante Federn lassen - allerdings schlug der Hai von Messina an seinem "Hausberg", dem Ätna, zurück und verwehrte Roglic das erste Ausrufezeichen beim Giro.

In dieser Phase waren vor allem die erfahrenen Zeits und Juul gefordert, Roglic durch die Tücken der ersten Woche zu pilotieren. Auch macht der Italiener Battaglin einen guten Job dabei, Roglic in den Sprintentscheidungen stets an sein Hinterrad zu klemmen und ihn somit außerhalb jeglicher Gefahren zu halten, auch wenn der Italiener damit das ein- oder andere Top10-Resultat aufgab. Ansonsten war die zweite Woche vor allem von mittelschweren Etappen geprägt, die das Team versuchen wollte, sich gerade gegen die hier anfälligen Thomas und Dumoulin zu Nutzen zu machen. Aus dem Terrain konnte man leider kein Kapital schlagen, auch wenn da beispielsweise mit Nibali oder Fuglsang schlagkräftige Allianzen zum Erfolg hätten führen können. Stattdessen beschränkte man sich auf eine recht friedliche Fahrweise, dafür konnte Roglic dann im Zeitfahren mit einer famosen Leistung seinen Etappensieg holen und die Konkurrenz um die Gesamtwertung weiter distanzieren.

Viel verloren hatte durch die Chronokilometer dann schon Mikel Landa, der sich dann aber etwas überraschend zum deutlich stärksten Bergfahrer der dritten Woche aufmachte und Roglic an den Anstiegen ein ums andere Mal Kopfschmerzen bereitete. Dort konnte man Angriffe aus der zweiten Reihe mit der ganz starken Helferriege aus 7 qualifizierten Helfern am Berg, die bewusst immer wieder früh probierten, der Hauptkonkurrenz am ersten Anstieg schonmal ein paar Helfer rauszunehmen, um einen Vorteil zu haben. Juul, Battaglin und Ravanelli waren hier häufig früh im Rennen gefragt, ehe Petilli und Zeits übernahmen und schließlich Hagen und Polanc die finalen Rollen besetzten. Dumoulin gelang es nicht mehr, Roglic am Berg zu gefährden; und auch wenn sich Thomas trotz seiner miesen Giro-Historie nochmal aufbäumte und einen der vielleicht beeindruckendsten Siege dieses Giros spät holen konnte, so nahm Roglic einen komfortablen Vorsprung mit ins Abschlusszeitfahren.

Dort wurde der Slowene zwar durch einen überragenden Remco Evenepoel bei seiner ersten Grand Tour mit GC-Ambitionen überrascht und eines Zeitfahrsieges im rosanen Trikot verwehrt, dennoch konnte der Slowene mit seinen Fahrern feiern! Die Riege der Lokalmatadoren aus Battaglin, Ravanelli und Petilli, die Road Captains Juul und Zeits und unsere Hochgebirgshelfer Polanc und Hagen: Sie alle hatten großen Anteil an dem wohl größten Astana-Triumph unter dem neuen Management, welches seit 2018 die Geschicke beim kasachischen Team leitet.

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Roglic selbst befindet sich jetzt wie viele seiner Helfer, mit der angesprochenen Ausnahme Polanc's, in einer Rennpause. Erklärtes Ziel der zweiten Saisonhälfte ist es, bei der Vuelta das Double perfekt zu machen. Dafür wird sich Roglic nach der Rennpause akribisch vorbereiten, wobei explizit den Weg einer kurzen Vorbereitung und viel Pause nach dem Giro gehen wird, wie er es bei seinem irl-Sieg 2019 getan hat. Wahrscheinlich wird sich Roglic ausschließlich in Spanien auf das Rennen vorbereiten, undzwar mit der Clasica San Sebastian und der Vuelta a Burgos als Vorbereitung.

Welche Fahrer dann gemeinsam mit ihm am Start stehen ist aber völlig ungewiss. Andrey Zeits dürfte wieder im Kader stehen, auch Carl Frederik Hagen dürfte nach einem individuell schwachen Giro auf Besserung brennen. Die anderen Plätze sind ob der großen fortführenden Umstrukturierung im Kader aber noch zu vergeben. Jan Polanc könnte wieder seinen Landsmann unterstützen, doch sonst könnte vermehrt auf junge Fahrer und Neuzugänge gesetzt werden. Von den weiteren Giro-Helden sind nämlich nach dem Erfolg mehrere abgewandert, um ihren Erfolg in bessere Verträge oder mehr Eigenchancen umzuwandeln. Juul, Petilli und Battaglin fahren inzwischen für das heimische Bardiani-Team, wo gerade Battaglin deutlich mehr Chancen bekommen sollte. Und auch Petilli, der allerdings auch bei Astana wie etwa mit dem vierten Platz bei der Sizilien-Rundfahrt unter Beweis gestellt, strebt nach einer größeren Rolle. Simone Ravanelli hingegen soll in seiner Debut-Saison nicht unbedingt mit einer weiteren Herausforderung bedacht werden, stattdessen darf der Italiener sich mit einem entspannteren Rennkalender auf die italienischen Herbstklassiker vorbereiten.

Das alles sollte aber das Astana-Team nicht davor bewahren, auch bei der Vuelta um den Gesamtsieg zu kämpfen, wo Roglic spätestens seit dem Giro einer der großen Favoriten sein dürfte. Man darf gespannt sein, in welche Weiten der ehemalige Skispringer das Team noch tragen kann. Vielleicht ist ja eines Tages sogar die Tour de France möglich...

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Ungelesener Beitrag von kradria » Di 23. Jun 2020, 13:22

Die nächste Generation
Astana baut weiter an der stetigen Kaderverjüngung. Im Juni wurden gleich vier Talente für die Zukunft verpflichtet, darunter drei aus den augenscheinlich immer wichtiger werdenden Fokusregionen Norwegen und Dänemark. Drei davon werden zwar erst ab dem ersten August als Stagiares fahren, dennoch gelten die Verträge für 2021 und darüber hinaus als wasserfest.

[img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/dd/michael-garrison-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/bc/frederik-wandahl-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/ef/johan-price-pejtersen-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/cf/jonas-iversby-hvideberg-2020-n2.jpeg[/img]

Erster Neuzugang ist dabei der Amerikaner Michael Garrison. Der Amerikaner, Bruder des NTT-Profis Ian Garrison, ist als 2001er-Jahrgang in seinem ersten u23-Jahr. Michael Garrison hat allerdings auf Juniorebene noch stärkere Ergebnisse vorzuweisen als sein Bruder, dazu ist er etwas kleiner und spritziger. Der beim LUX Development Cycling Team ausgebildete Mann aus Decatur, Georgia, konnte sich auf internationaler Ebene neben starken Helferauftritten bei den Weltmeisterschaften insbesondere durch sein beeindruckendes Solo bei Paris-Roubaix auszeichnen, wo er letztendlich auf dem vierten Platz ins Ziel kam. Der Amerikaner, der sich untypischerweise Strade Bianchi als sein Lieblingsrennen ausgesucht hat, zeichnet sich vor allem durch Rennintelligenz und eine gute Technik aus. Bringt er die PS aus den Rennen auf dem Amerikanischen Kontinent, wo er wie etwa bei der Tour of the Gila extrem stark aussah, auf die Straßen Europas, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der US-Amerikaner seine Zähigkeit in Profiergebnisse umsetzen kann.

Zweiter Neuzugang bei Astana ist der Ebenfalls im ersten u23-Jahr fahrende Frederik Wandahl. Der Däne, der sich wie viele seiner Landsleute sowohl auf der Straße als auch auf der Bahn zuhause fühlt, hatte sein Breakout-Ergebnis noch als Junior des jungen Jahrgangs im Jahr 2018. Dort hat der bis hierhin bei NPV-Carl Ras Roskilde Junior und ColoQuick ausgebildete Allrounder mit einem fünften Platz ein ohnehin schon starkes erstes Juniorenjahr abschließen können, in dem er alle 7 DM-Titel seiner Altersklasse gewinnen konnte und zu Dänemarks Talent des Jahres gekürt wurde. Im letzten Jahr konnte er trotz ob des Bahn-Straßen-Spagats abgespecktem Kalender erneut mit einer Top-10 Platzierung bei der WM überzeugen und war in jedem Rennen einer der stärksten Fahrer. Gerade erst vor 3 Tagen zeigte er übrigens erneut sein enormes Talent auf der Bahn, indem er sich den Dänischen Meistertitel im Scratch sicherte. Der vielseitige Däne soll aber für Astana vor allem auf der Straße für Erfolge sorgen, dort sieht man in ihm einen sehr guten Mann für die schwierigen Eintagesrennen, da er gute Kletterfähigkeiten mit einem starken Punch verbindet.

Wandahls Teamkollege war und bleibt Johan Price-Pejtersen bei ColoQuick und nun auch ab 1.August bei Astana. Der dänische Zeitfahrspezialist ist amtierender Europameister und jetzt schon einer der ganz heißen Anwärter auf das WM-Gold bei den u23-Fahrern. Wurde er in Yorkshire noch vom Wetter versenkt, scheint der Däne auf gutem Wege, einer der besten seiner Zunft zu werden. Sonst ist Price schon jetzt als starker Helfer und Arbeitstier bekannt, der 1'97-Hüne scheint sich aber in Zukunft neben dem Zeitfahren vor allem auf die Klassiker fokussieren zu wollen, mit dem großen Ziel Paris-Roubaix. Schon jetzt dürfte er ein guter Helfer auf Pro Tour-Ebene sein, seinen Vertrag auf Profiebene für 2021 hat er schon seit April unterschrieben. Price mag vielleicht, falls Ineos ihn nicht verpflichtet, im Leben kein Bergspezialist mehr werden, doch das Bust-Potential beim Dänen ist gleich null, da er schon jetzt viele Aufgebote mit seinem Motor verstärken würde. Wir sind gespannt, wohin für Johan die Reise noch gehen kann.

Letzer Neuzugang ist ein junger Norweger, den sich das Astana-Team gut versteckt während des Drafts überaus günstig vom freien Markt abgreifen konnnte. Jonas Iversby Hvideberg ist ein echter Tempobolzer und ein Energiebündel der alten Schule, der für seine Kapitäne in so vielen Rennen trotz seiner erst 21 Jahre extrem wichtig sein kann. Der Profi kommt mit sofortiger Wirkung von Uno-X, woher er mit Larsen, Johansen, Leknessund und Hindsgaul schon einige seiner Mannschaftskollegen kennt. Der Norweger besitzt hervorragendes Klassikerpotential, welches er zwar letztes Jahr schon mit dem 10.Platz bei Paris-Roubaix und dem dritten Platz bei Paris-Tours angedeutet hat, dennoch aber deutlich tiefgreifender scheint. Nach den Teilnahmen an den u23-Ausgaben letztes Jahr durfte er sich dieses Jahr bei den Profis probieren, wo er beim Kuurne-Bruxelles-Kuurne-Debut direkt mal als einziger Uno-X Fahrer mit der Favoritengruppe ins Ziel kam. Der amtierende norwegische Kriteriumsmeister ist ein äußerst aggressiver Rennfahrer, der keine Risiken scheut und sich besonders in Ausreißergruppen am wohlsten führt. Wie bei seiner langen Flucht bei der EM mit Dimitry Konychev, bei seinem dritten Platz in der Bergwertung des Arctic Race of Norway oder bei seinem Tour de Fjells-Erfolg werden wir den Norweger häufig in Fluchtgruppen sehen, vor allem dann, wenn er nicht gerade seinen starken Landsmann Søren Wærenskjold oder Kristoffer Halvorsen in ein Klassikerfinale pilotieren muss.

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Ungelesener Beitrag von kradria » Sa 4. Jul 2020, 13:07

Neuzugänge - mit Zukunft!?
Neben den bereits vorgestellten Skandinaviern hat natürlich Astana auch weiterhin in der extrem wechselhaften Transferperiode um den Stagiare-Draft an seinem Kader gearbeitet: Großer Coup dabei war die Verpflichtung des lokalen Talents Yevgeniy Gidich, welches bei Astana naturgemäß schon lange auf dem Zettel war. Zu teurem Preis zwar, musste man sich doch von aussichtsreichen Fahrern trennen, dennoch ist er der wohl wichtigste Teil der hier vorgestellten Neuzugänge.

[img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/dd/yevgeniy-gidich-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/fc/dmitry-strakhov-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/cc/edward-ravasi-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/fe/dylan-sunderland-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/da/james-whelan-2020.jpeg[/img] [img]https://www.procyclingstats.com/images/riders/bp/db/scott-thwaites-2020.jpeg[/img]

Yevgeniy Gidich ist ein Fahrer, der sich noch nicht ganz entscheiden kann, was er eigentlich ist. Ist er Sprinter, Bergfahrer, Puncheur? Auf jedem dieser Terrains hat er bereits Ergebnisse abgeliefert. Zum Saisonabschluss hatte er 2019 eine seiner stärksten Phasen als Profi, mit einigen Tagen im gelben Trikot der Kroatien-Rundfahrt und dem Etappensieg im Sprint in Makarska nach mittelschwerem Terrain. Gleichzeitig konnte er aber bereits 2018 bei der Rundfahrt überzeugen, dort allerdings noch als Dritter der Königsetappe am schweren Berg und der Gesamtwertung. Yevgeniy scheint seine entgültige Bestimmung noch nicht ganz gefunden zu haben, doch sein Motor, seine Geschwindigkeit und auch seine Qualitäten am Berg lassen großes Potential erahnen, was mit behutsamer Förderung bei Astana ausgeschöpft werden soll.

Dima Strakhov kam mit ihm von Bardiani, und ist bereits Astana-Alumni. Der Russe ging damals in einem interessanten Tauschgeschäft für Simone Petilli zu Bahrain-McLaren, als er seinen Profivertrag für Katusha unterschrieb. Heute hingegen ist er zurück, nachdem es wie für so viele Fahrer bei jenem Team nicht lief, und er nicht ganz an seine Stagiare-Leistungen wie etwa dem achten Platz bei der Tour of Britain anknüpfen konnte. Heute scheint er sich wieder mehr auf seine Bergqualitäten zu konzentrieren, die ihn 2017 als Helfer von Sivakov zu Platz 11 bei der Avenir-Rundfahrt und Platz 3 auf der Königsetappe gebracht haben. Ähnlich wie Gidich besitzt auch Strakhov die Anlagen, ein extrem vielseitiger Fahrer zu werden, der auf Hybridterrain am erfolgreichsten sein dürfte. Wir hoffen, dass der Mann, der ebenso wie Talent Alexander Vlasov aus Vyborg unweit der finnischen Grenze kommt, jenes Potential bei uns ausschöpfen kann.

Mit Edward Ravasi hat man einen deutlich klareren Kandidaten von Trek-Segafredo verpflichtet. Der Italiener ist ein glasklarer Bergspezialist mit Qualitäten im Hochgebirge. Ravasi, einst zweiter der Avenir-Rundfahrt und Fünfter der Aosta-Rundfahrt und der Friedensfahrt in der gleichen Saison, fühlt sich zwar auch auf hügeligen Terrain wohl, kann sich aber in erster Linie in den Bergen auszeichnen. Trotz seiner üblen verletzungsgeplanten Saison in 2019 sehen wir in 2020 wieder seine guten Profiansätze aus seiner Neo-Pro Zeit, in der er im Hochgebirge bei Rennen wie Adriatica-Ionica oder der Tour of California überzeugen konnte und ein solider GT-Helfer war. Es wäre nicht überraschend, wenn er sich im Vuelta-Aufgebot von Roglic wiederfinden würde, und dann bei den italienischen Herbstklassikern die eine oder andere Freiheit bekäme.

Dylan Sunderland hingegen ist zwar auch Bergfahrer, doch ist sein Status ein deutlich anderer. Der Australier kommt nicht über die u23-Ergebnisse oder Profinachweise. Im Gegenteil, der Australier hat sich seinen Profivertrag hart erarbeitet, etwa mit einem vierten Platz bei der MontBlanc-Rundfahrt als Helfer von Chris Harper, einem neunten Platz bei der Herald Sun Tour, guten Ergebnissen bei der National Road Series oder einem fünften Platz bei der Nationalen Meisterschaft Australiens. Auch in 2020 waren seine Ansätze vielversprechend, beispielsweise sein zwölfter Platz am Willunga Hill. Auch wenn wir bei ihm noch einige Fragezeichen sehen, so hat er das Zeug zu einem guten WorldTour-Fahrer auf ansteigendem Terrain.

Landsmann James Whelan ist momentan noch ein Mysterium. Seinen Dreijahresvertrag bei EF Pro Cycling hat sich der Quereinsteiger mit tollen Ergebnissen in 2018 gesichert, vor allem durch den überragenden Solosieg bei der u23-Flandernrundfahrt. Whelan aber, der erst ganz spät vom Laufen zum Radfahren gewechselt hat, dürfte eher der Typ Bergfahrer aus Klassikerspezialist werden, der aber vor allem über einen starken Motor kommt. Die rohe Power zu einem starken Fahrer fehlt ihm gewiss nicht, er muss vor allem auf dem Rad noch geschickter werden und noch weiter Radrennen fahren lernen. Gelingt ihm das, wird die Verpflichtung auf lange Sicht als Coup durchgehen.

Letzter Neuzugang ist Scott Thwaites. Der Brite ist ein erfahrener Mann, der sich verletzungsbedingt nach der Saison 2018 aus dem Profiradsport vorübergehend verabschiedete, nachdem er hier schon in der Saison 4 aufeinanderfolgende Monate verpasste und vorher ein gutes Klassikerversprechen für Bora und Dimension Data brachte, da er Tempofestigkeit mit einem guten Sprint verband. Nach nur wenigen aber dafür äußerst erfolgreichen Einsätzen auf Kontinentalebene in 2019 ist Thwaites nun zurück auf Profiebene, seine Verletzungsprobleme scheint er vergessen zu haben. Nur wird er nicht Mathieu van der Poel zuarbeiten, sondern die Herbstklassikerkampagnen von Kristoffer Halvorsen, Oliver Naesen und Michael Valgren unterstützen. Als Road Captain kann er zudem die Lücke füllen, die Nikolas Maes bei seinem Abgang zu NTT hinterließ. Seine Ansätze beim Etoile und beim Omloop waren vielversprechend, daher baut man bei Astana darauf, dass er jene Fähigkeiten auf Profilevel weiter zeigen kann und zu einem wichtigen Helfer für Astana schon bei der Tour de France wird.

Von den insgesamt 6 Neuzugängen erhofft man sich also Gemischtes. Thwaites soll sofort helfen, auch Gidich wird seine Chance bekommen. Sunderland, Ravasi, Strakhov und Whelan hingegen haben erstmal etwas Narrenfreiheit und bekommen vor allem Helferaufgaben, je nach Entwicklung können die aber auch diese Saison schon zu Profichancen werden. Wir sind gespannt, wer sich für 2021 empfehlen kann!

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